Hintergrund: Straßenkontrolle im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht
Jeder Straßenbaulastträger, ob Kommune oder Landkreis, ist verantwortlich für den Zustand seiner öffentlichen Verkehrsflächen, wie Straßen, Wege und sonstigen Flächen. Die Verkehrssicherheit und damit die gefahrlose Befahr- bzw. Begehbarkeit des öffentlichen Raums muss zu jedem Zeitpunkt gewährleistet sein.
Im Rahmen der Straßenkontrolle hat der Baulastträger seine öffentlichen Flächen regelmäßig und systematisch zu kontrollieren. Die Definition der Regelmäßigkeit ist dabei nicht festgeschrieben. Sie lässt sich jedoch aus den Maßstäben ableiten, die die Gesetzgebung und Rechtsprechung bisher angewandt und nach denen die Kommunen ihre Bemühungen um größtmögliche Sicherheit für ihre Bürger auszurichten haben.
Status Quo der Straßenkontrollen: Papier und Diktiergeräte
Heute erfolgt in vielen Kommunen die Straßenkontrolle noch häufig so, dass Straßenkontrolleure die Straßen ablaufen oder abfahren und festgestellte Mängel auf Diktiergeräte sprechen oder die Mängel schriftlich notieren. Die Notizen werden dann noch einmal in den Computer eingegeben. Aus diesen Eingaben werden letztlich Ausdrucke gefertigt, die als Auftragszettel zur Schadenbeseitigung an entsprechende Abteilungen, Kolonnen oder auch Fremdfirmen weitergereicht werden. Ebenso werden die Kontrollbücher häufig noch manuell geführt.
Vorteile einer mobilen digitalen Straßenkontrolle
Der Einsatz von mobilen Geräten bringt bei der Erfassung und Auswertung von Daten große Vorteile in Form von Zeitersparnis, sowie Daten- und Rechtssicherheit mit sich.
Die Zeit, die sonst für das Abtippen handgeschriebener Daten erforderlich war, wird zu 100 Prozent eingespart. Gleichzeitig sind die Fehlerquellen ausgeschaltet, die durch nochmaliges Auf- bzw. Abschreiben sowie späteres Abtippen der Daten in den PC gegeben waren.
Alle Kontrollgänge werden in Jahreslisten zusammengefasst und zeitgleich wird automatisch das gerichtsverwertbare Straßenkontrollbuch geführt und bei jeder Datenübertragung aktualisiert. Selbstverständlich sind darin auch die Mängelbeseitigungen enthalten und lückenlos dokumentiert.
Sämtliche Daten sind nach Bedarf filterbar. Dadurch ist es bei eingetretenen Sach- oder Personenschäden sehr einfach möglich, dem Kommunalversicherer bzw. dem Gericht die Durchführung systematischer Kontrollgänge lückenlos aufzuzeigen.
Einsetzbar sind dabei Pocket PCs und jedes Smartphone, auch Tabletcomputer, mit Android-Betriebssystem. Insbesondere bei den Android-Geräten wird das Angebot auf dem Markt ständig größer. Unter anderem gibt es eine große Auswahl an wetter- und stoßfesten Geräten, die auch bei ungünstigen Witterungsbedingungen einsetzbar sind.
Die Straßenkontroll-App im Einsatz
Zu Beginn seiner Kontrollen startet der Mitarbeiter das Programm StraKo – Strasse mit der entsprechenden App und meldet sich an.
Die folgenden Eingaben werden am besten systematisch in der festgelegten Routine vorgenommen:
Auswahl der Straße aus vorgewählter Straßenliste (Kurs).
- wo befindet sich der Schaden?
- was ist beschädigt?
- wie sieht der Schaden aus?
- wer hat den Schaden wann zu beseitigen?
- Fotos können direkt geschossen werden und werden automatisch mit dem Datensatz verknüpft.
- Koordinaten des Standortes werden bei eingeschaltetem GPS mitgespeichert.

Interface der Straßenkontroll-App
In den Eingabefeldern stehen Begriffe in vorgegebenen Listen zur Auswahl durch den Kontrolleur zur Verfügung. Die Listen können nach Bedarf in der Desktop-PC-Version bearbeitet und auf die mobilen Geräte übertragen werden. Nahezu jedes Feld kann jedoch auch mit Freitext über die interne Tastatur beschrieben werden.
Die Synchronisation mit der Datenbank
Im Büro verbindet der Kontrolleur das mobile Gerät mit dem PC und startet die Synchronisation per Tastendruck. Alle Daten stehen damit zum direkten Einlesen in das Datenbankprogramm StraKo – Strasse zur Verfügung, was wiederum mit einem einzigen Knopfdruck erfolgt.
Die Anwendungssoftware arbeitet ganz nach Wunsch mit einer Datenbank auf Basis Access oder Microsoft SQL-Server zusammen. Nach dem Einlesen der Daten können im gleichen Zuge die Auftragszettel der aktuellen Schäden mit und ohne Fotos (ggf. mit Kartenausschnitt) gedruckt werden.